KLEIN ANFANGEN.

Das Abgleiten in Richtung Hass, Spaltung und Negation ist eine gesellschaftlich Kontinentaldrift in Zeitraffer. Und wir alle sind mittendrin. Es gibt eigentlich nur drei Möglichkeiten:

1. Mithassen. Mitlügen. Mitspalten
2. Schweigen
3. Was machen.

1 und 2 sind die Punkte die den ganzen Populisten, also der AfD, einem Donald Trump, einem Jair Bolsonaro, einem Matteo Salvini, einem Recep Erdogan, einem Viktor Orbán, einem Nigel Farage und den ganzen anderen gefährlichen Typen Erfolg bringen. (Und natürlich auch damals einen Adolf Hitler an die Macht gebracht haben.)
Auch Schulterzucken und Schweigen hilft denen.

Lasst doch einfach was ändern. Also Punkt 3.

Da die großen Veränderungen gerade irgendwie nicht hinzubekommen sind, weil jede größere Entscheidungen erst durch eine gallertartige Zeit-Raum-Masse gequetscht werden muss, bevor etwas Spürbares passiert, sollten wir vielleicht erstmal wieder klein anfangen.

Ich bin echt kein Typ für Listen. Aber trotzdem habe ich eine kleine Liste geschrieben.

Wenn ein paar Menschen ein paar dieser Dinge davon machen, wird der Moment besser. Je mehr Menschen mitmachen, desto mehr gute Momente. Und je mehr gute Momente, desto weniger Groll, Hass und der ganze Scheiß, der jeden von uns runterzieht wie eine Tonne Blei.

Hier also die Top 33 der kleinen Dinge, die vielleicht Großes bewirken können:

1. „Hallo“ oder „Guten Tag“ sagen.
2. „Danke“ sagen
3. „Bitte“ sagen. 4. Nachfolgenden Leuten die Tür aufhalten.
5. Wenn man Einkaufen geht, die Omi (oder den Opi) von nebenan fragen, ob man etwas mitbringen soll.
6. Jemandem Hilfe anbieten.
7. Zuhören.
8. Beim Abbiegen blinken.
9. Im Supermarkt heruntergefallene Sachen aufheben und zurück ins Regal stellen.
10. Den Müllmännern, den Putzleuten im Hotel oder den Leuten, die bei H&M die T-Shirts falten, „danke“ sagen – und es ehrlich meinen.
11. Leute ausreden lassen.
12. Im Auto: nicht Wut-hupen. Möööööp! Mööp! MÖÖÖÖÖÖP!!!
13. Kinder ernst nehmen.
14. Nicht unbedingt recht haben wollen. Vor allen Dingen nicht, wenn es nicht so ist.
15. Freundlich sein.
16. Lächeln.
17. Einem Obdachlosen Beachtung schenken.
18. Einen Obdachlosen fragen, ob man etwas für ihn tun kann.
19. Gegenargumente anhören, nicht reflexmeckern.
20. Mal wieder über den eigenen Schatten springen.
21. Wenn man sexistischen / homophoben / rassistischen Scheiß hört, den Mund aufmachen.
22. Ein Buch im Buchladen kaufen.
23. Einen Waldspaziergang machen, über die Bäume staunen.
24. Für Freunde da sein.
25. Sich mal wieder bei den Eltern bedanken.
26. Am Ende einer Rolltreppe weitergehen – nicht stehen bleiben.
27. Komplimente machen.
28. Nicht belehren.
29. Zugeben, dass man etwas nicht weiß, wenn man etwas nicht weiß.
30. Leuten Erfolg gönnen.
31. Regenwürmer vom Asphalt aufheben und auf die Erde legen.
32. Mal nicht zynisch, ironisch oder sarkastisch sein.
33. Leuten mal die Vorfahrt lassen.
34. Sich entschuldigen, wenn einem ein kleines Missgeschick passiert ist. Sorry!
35. Nicht alles sofort verurteilen.
36. Nach vorne gucken.
37. Diese Liste im Kopf weiterspinnen.

2 Gedanken zu “KLEIN ANFANGEN.

  1. Das sind Selbstverständlichkeiten, die leider im Sumpf der Gesellschaft vielfach untergegangen sind. Aber nicht meckern. Hand aufs Herz. Hier und da findet man sich in der selbstgemachten Hektik des Alltags oder auch im Zorn in entsprechenden Situationen wieder. Wir sollten lernen, zu bedenken, dass der andere einfach nur anders ist und wir andere Lücken in unserer unsäglichen Perfektion haben. Barmherzigkeit mit sich selbst und allen anderen haben, hilft durchaus. Keiner ist besser als der andere. Er hat nur andere Probleme, aber auch andere Möglichkeiten.

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  2. großartige liste! mach ich alles. und bin sogar still, wenn jemand direkt nach der rolltreppe stehen bleibt. und jezz ma ehrlich: da still zu bleiben ist einen wahre zen-übung!

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