95 ANTWORTEN VON BASTIAN RAITHEL.

Bastian Raithel (Bündnis 90 / DIE GRÜNEN)


„Nachdem ich nun etwas überlegt habe, ob ich selbst wohl auch unter die Kategorie Politiker*in falle, bin ich zu einem ziemlich knappen Ja gekommen. Ich bin Mitglied im Bezirksvorstand der Grünen im schönen Oberfranken, das war’s dann aber auch schon.
Ich bin für die Bundestagswahl nicht selbst wählbar, aber im aktuellen Geschehen sehr aktiv und quasi voll in der Vorbereitung der Wahl (nur eben von der internen Seite).
Und da ich mir dachte…. es ist doch bestimmt interessant was für Menschen eigentlich so die ‚Basis‘ einer Partei sind…. Beantworte ich doch ein paar Fragen.“

-> Wofür stehen Sie?

„Ich stehe für eine Weltordnung, die sicherstellt, dass die Menschheit noch hunderte von Jahren in Frieden und Wohlstand auf der Erde leben kann.“

-> Wer ist Ihr*e größte*r Konkurrent*in?

„Persönlich habe ich keine Konkurrent*innen, aber ich sehe in der aktuellen Stunde die AfD als größten Störenfried.“

-> Was macht sie/er besser als Sie?

„Sie verstehen es, sehr effektiv ‚Stimmung‘ für oder gegen ein Thema zu machen, auch wenn eigentlich keine stichhaltige Grundlage vorhanden ist.“

-> Was machen Sie besser als sie/er?

„Ich persönlich stelle immer sicher, dass meine Argumentation auf gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen gründet.“

-> Was war Ihr größter Fehler?

„Mit meiner zweiten Freundin Schluss zu machen.“

-> Sind Sie verlässlich?

„Ja.“

-> Was war Ihr größter Erfolg?

„Die Lösung eines komplizierten technischen Problems (das ist die Kurzfassung einer längeren Geschichte).“

-> Was wollten Sie werden, als Sie 7 Jahre alt waren?

„Feuerwehrmann.“

-> Warum sind Sie dann ausgerechnet in die Politik gegangen?

„Tatsächlich bin ich erst mit 33, in die Politik gegangen, hauptsächlich weil ich zu der Erkenntnis kam, dass man Politik besser nicht Politiker*innen überlässt.“

-> Eventuell haben Sie auf die letzte Frage geantwortet: „Weil ich was verändern will.“ Deshalb die Frage: Was haben Sie bisher verändert?

„Stand jetzt, habe ich mich hauptsächlich selbst verändert.“

-> Was tun Sie für die Wirtschaft?

Ich bin selbst Unternehmer, also versuche ich den Laden am Laufen zu halten.

-> Was tun Sie für das Klima?

„PV-Anlage installiert, E-Auto angeschafft, Car-Sharing mit der Familie eingeführt und ich gehe meinen Mitmenschen auf die Nerven, ob sie das nicht auch tun möchten.“

-> Was tun Sie für das Gesundheitssystem?

„Den Kontakt zwischen frustrierten Mitarbeiter*innen aus dem Gesundheitssystem und Abgeordneten herstellen.“

-> Was tun Sie gegen Faschismus?

„Ihn da bekämpfen, wo ich ihm begegne.“

-> Wie wohnen Sie?

„In einer Wohnung mit meiner Lebensgefährtin und meiner Tochter.“

-> Welches Sprichwort finden Sie richtig doof?

‚Das haben wir schon immer so gemacht‘

-> Welches Kompliment würde Sie der Erde machen?

„Dafür, dass alles ein riesiger Zufall war ist’s eigentlich ganz gut geworden.“

-> Was überwältig Sie?

„Die Vorstellung das Menschen es zu meinen Lebzeiten auf den Mars schaffen könnten.“

-> Welches Buch haben Sie zuletzt angefangen, aber enttäuscht weggelegt?

„Das Märchen vom reichen Deutschland.“

-> Was ist die letzte Sache, die Sie gelernt haben?

„Dass Politik ein wirklich zähes Geschäft ist.“

-> Welchen Song haben Sie als letztes gehört?

„Black Betty vom Ram Jam.“

-> Stellen Sie das Radio leiser, wenn Sie rückwärts einparken?

„Nein.“

-> Was tun Sie gegen Rassismus, Antisemitismus, Misogynie, Homophobie Hatespeech und Terrorismus?

„Ich argumentiere dagegen wann immer sich die Gelegenheit bietet.“

-> Welche Fähigkeit hätten Sie gern?

„Also fliegen können wäre schon geil, aber ich glaube gerade jetzt würde ich einfach gerne Intelligenz per Fingerschnippen verteilen können.“

-> Essen Sie Fleisch? Wenn ja: wie oft pro Woche?

„Etwa zweimal die Woche.“

-> Wieviel Steuern sollte amazon in Deutschland zahlen?

„Die gleichen Steuern wie ein Ortsansässiges Unternehmen eben auch.“

-> Was ist Ihre normalste Eigenschaft?

„Ich pfeife beim Putzen.“

-> Wieviel Mindestlohn ist gerecht?

„1.500€ monatlich.“

-> Gehen Sie gern zum Zahnarzt?

„Ja (weil er nie was findet).“

-> Wann ist der ideale Zeitpunkt für den Kohleausstieg?

„So bald wie möglich, spätestens 2030.“

-> Fühlen Sie sich von den Medien gut repräsentiert?

„Nein.“

-> Kann es soziale Gerechtigkeit geben?

„Ja.“

-> Haben Sie ein Hobby?

„Ja, Segeln.“

-> Mit wem würden Sie gern mal reden?

„Elon Musk.“

-> Haben Sie das Gefühl, dass man Ihnen glaubt?

„Ja, man sagt ich sei sehr authentisch.“

-> Hatten Sie als Kind ein eigenes Kinderzimmer?

„Ja.“

-> Was würden Sie verbieten, wenn Sie könnten?

„Ich finde man sollte Krieg einfach verbieten können.“

-> Was wollten Sie Julian Reichelt schon immer mal sagen

„Könntest du vielleicht mal den tatsächlichen Inhalt eines Sachverhaltes als Schlagzeile hernehmen?“

-> Welche verbotene Sache würden Sie erlauben?

„Wildcampen.“

-> Sind Sie ein*e gut*e Beifahrer*in?

„Nein.“

-> Was ist das derzeit größte Problem, das es zu lösen gilt?

„Die gesellschaftliche Spaltung, denn ohne Einigkeit werden wir es nicht schaffen den Klimawandel rechtzeitig zu stoppen.“

-> Können Sie gut einschlafen?

„Ja.“

-> Was mögen Sie an sich?

„Ich mag an mir, dass ich viele gute Freunde habe.“

-> Angenommen, Sie dürften einen ganzen Abend nicht über Politik reden. Worüber würden Sie dann reden?

„Wohl über das, wie und wo der längst überfällige Urlaub wohl stattfinden könnte.“

-> Was bedeutet Ihnen Macht?

„Nichts.“

-> Welches Geräusch / Tier können Sie besonders gut nachmachen?

„Einen stillsitzenden Regenwurm.“

-> Wann haben Sie sich das letzte Mal für einen Fehler entschuldigt?

„Das war erst neulich, auf der Arbeit.“

-> Wer schreibt bei Ihnen zu Hause die Einkaufszettel?

„Niemand. Das hält das Hirn auf Trab.“

-> Auf welchen Gegenstand könnten Sie nicht verzichten?

„Eine Zahnbürste.“

-> Haben Sie schon mal einen Zopf geflochten?

„Ja.“

-> Haben Sie schon mal ein Loch in eine Fliese gebohrt?

„Auch ja.“

-> Angenommen, ein sechsjähriges Kind steht weinend vor Ihnen, macht sich Sorgen um die Zukunft. Was sagen Sie dem Kind?

„Mach dir keine Sorgen, ich und viele andere gute Menschen kämpfen dafür dass es besser wird und wir haben schon vieles erreicht.“

-> Was meinen Sie, wenn Sie mit den Schulter zucken, die Augenbrauen heben und sagen: „Tja, das ist halt Politik.“

„Das ist immer genau dann der Fall, wenn eine eigentlich gute Lösung nicht umgesetzt wird, weil irgendjemand nicht mitzieht, weil es die andere Partei ist, nicht die eigene Idee, oder auch einfach nur Dienstag.“

-> Was war der tollste Ort, an dem Sie jemals gewesen sind?

„Südafrika.“

-> Was wollten Sie Donald Trump schon immer mal sagen?

„Ich würde ihm eigentlich nichts sagen wollen, ich würde ihm nur gerne eine kolossale Watschen verpassen.“

-> Was tun Sie, um Energie zu sparen?

„Bahn und Fahrrad nutzen, nur LED Leuchtmittel neu anschaffen, Haushaltsgeräte tagsüber nutzen.“

-> Wissen Sie noch, neben wem Sie in der ersten Klasse gesessen haben?

„Ja, Axxxxxx Sxxxxxx.“

-> Was haben Sie verpasst, hätten es aber lieber erlebt?

„Ich hätte gerne einen Schüleraustausch mitgemacht.“

-> Finden Sie sich wichtig?

„Eigentlich nicht, aber da sich durch mich doch etwas ändert, muss ich wohl doch eine gewisse Rolle spielen.“

-> Was haben Sie erlebt, hätten es aber lieber verpasst?

„Offenbar bin ich über jede Erfahrung froh, nichts also.“

-> Angenommen, Sie gucken mit den Augen eines Ausländers / einer Ausländerin auf Deutschland. Was ist das Tollste an Deutschland?

„Die relativ vielen Freiheiten und Möglichkeiten die es gibt.“

-> Und was finden Sie, ist das Tollste an Deutschland?

„So besonders toll fühlt es sich manchmal gar nicht an. Aber ich denke so ein Biergarten ist schon eine ziemlich großartige Sache.“

-> Welches Rezept Ihrer Oma ist Ihr Lieblingsrezept?

„Das sind ein paar Weihnachtsplätzchen,“

-> Ist Ihnen die Farbe Ihrer Socken egal?

„Ja. Solange sie schwarz sind.“

-> Was ist Ihr sympathischster Spleen?

„Ich sage oft: ‚Man hat’s nicht leicht, aber leicht hat’s einen, da muss man aufpassen‘ ich hoffe das ist sympathisch.“

-> Können Sie sich vorstellen, in einer anderen Partei zu sein? Und wenn ja: In welcher? (Ok. Ehrlich jetzt.)

„Ehrlich: Nein.“

-> Haben Sie sich schon mal geprügelt?

„Ja.“

-> Angenommen, eine Frau, die unter Altersarmut leidet, klagt Ihnen Ihr Leid. Was sagen Sie der Frau?

„Wenn die Grünen die Bundestagswahl gewinnen, gibt es eine Garantiesicherung und eine Bürger*innenversicherung, das sollte Ihnen helfen.“

-> Ist Ihnen wichtig, was man über Sie denkt?

„Eigentlich nicht.“

-> Angenommen, Sie sind mit einem Sportwagen unterwegs. Auf einem Autobahnabschnitt, wo man so schnell fahren darf, wie man will. Sie haben freie Fahrt. Wie schnell fahren Sie?

„Sagen wir es wäre ein Elektro-Sportwagen…….dann würde ich wissen wollen wie schnell der wirklich ist und danach wieder mit 130-140 weiter fahren.“

-> Wovor haben Sie Angst?

„Schnecken.“

-> Besitzen Sie eine Multifunktionsjacke?

„Ja.“

-> Wen finden Sie toll?

„Richard Feynman.“

-> Was macht Sie wütend?

„Die Ignoranz der Menschheit.“

-> Wofür lassen Sie alles stehen und liegen?

„Jemanden der Hilfe braucht; meist sind das Freunde beim Umzug.“

-> Können Sie backen? Wenn ja: was ist Ihre Backspezialität?

„Ich kann Kochen, und backen ist nicht kochen.“

-> Warum stehen Sie da, wo Sie jetzt stehen?

„Etwas Glück, ein paar persönliche Entscheidungen und zack, schon bin ich hier.“

-> Was ist Ihre erste Erinnerung?

„Irgendwas mit Duplo-Steinen, aber das ist wirklich lange her.“

-> Es ist Mittwoch, 23:00 Uhr, Sie sind hundemüde, haben Morgen einen wichtigen Termin und Ihre Nachbarn feiern eine Party. Laut. Was tun Sie?

„Ich gehe rüber und frage, ob ich ein Bier haben könnte, wenn sie mich schon wachhalten.“

-> Wann und wofür haben Sie das letzte Mal etwas gespendet?

„Das dürfte für die Bergwacht gewesen sein vor 3-4 Wochen.“

-> Haben Sie schon mal ein Tier getötet?

„Davon ausgehend, dass Moskitos dazu gehören, ja.“

-> Verdienen Politiker*innen genug Geld?

„Ja.“

-> Verdienen Politiker*innen genug Respekt?

„Nein.“

-> Wann haben Sie das letzte Mal gelogen?

„Das ist einfach zu lange her.“

-> Und wann haben Sie das letzte Mal die Wahrheit gesagt, obwohl eine Lüge erträglicher gewesen wäre?

„Das ist vermutlich nicht so lange her, aber ich bin der Ansicht das auf lange Sicht die Wahrheit immer erträglicher ist.“

-> Woran glauben Sie?

„Daran, dass alles möglich ist.“

-> Wofür würden Sie sich selbst wählen?

„Mich selbst kann man dieses Jahr nicht wählen, aber wenn würde ich mich wählen, weil ich antrete, um Probleme zu lösen und das auch kann.“

-> Was ist der größte Fehler in der deutschen Geschichte?

„Die Machtergreifung der Nationalsozialisten.“

-> Noch viel interessanter ist die natürlich Frage: Wofür würden Sie sich selbst nicht wählen?

„Wohl dafür, dass ich eigentlich kein richtiger Politiker bin.“

-> Mögen Sie Ihre Stimme?

„Ich finde sie klingt unheimlich witzig, wenn ich eine Aufzeichnung von mir selbst sehe oder höre.

-> In welchen Momenten haben Sie Lampenfieber?

„Wenn mich eine Frage unvorbereitet trifft.“

-> Was möchten Sie später mal gemacht haben?

„Über den Atlantik segeln.“

-> Worauf sind Sie stolz?

„Ich bin nicht stolz, was ich tue ist selbstverständlich.“

-> Haben Sie schon mal eine Waffe abgefeuert?

„Ja.“

-> Welche Frage fehlt?

„Ab wann ist man Politiker?“

-> Warum sollte man ausgerechnet Sie wählen?

„Man sollte die Grünen wählen, denn wie ich mittlerweile feststellen durfte, es sind unter ihnen viele Menschen wie ich. Die Ideen der Grünen sind zu Ende gedacht und ergeben als Gesamtpaket einen guten Weg in die Zukunft vor.“

EIN PAAR FRAGEN.

Knapp 100 davon.

Hallo Internet,

ich habe ein paar Amateurfragen aus der Hüfte geschossen.
Sie sind gedacht für alle Politiker*innen, die jetzt gerade oder demnächst Wahlkampf betreiben. Mein Ansatz: ganz normale Fragen, die ganz normale Antworten hervorbringen sollen. Wäre doch gut, wenn man die Politiker*innen besser kennenlernen könnte. Zum Beispiel, damit man weiß, wen man so wählen soll.

Sie sind Politiker*in? Und möchten diese Fragen gern beantworten? Sehr gut! Nehmen Sie sich alle Zeit, die Sie brauchen. Oder antworten Sie impulsiv, wenn Sie mögen. Beantworten Sie gern alle Fragen, wenn nicht: auch nicht so schlimm. Machen Sie es, wie Sie wollen, Sie haben alle Freiheiten.

Wer eine*n Politiker*in kennt: bitte weiterleiten. Die Antworten würde ich gern sammeln und hier veröffentlichen. Nehmt gern Kontakt mit mir auf. (Hier auf der Website im Kontaktformular oder über eine Twitter / FB-Nachricht.)

Macht ihr? Danke.

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  1. Wofür stehen Sie?
  2. Wer ist Ihr*e größte*r Konkurrent*in?
  3. Was macht sie/er besser als Sie?
  4. Was machen Sie besser als sie/er?
  5. Was war Ihr größter Fehler?
  6. Sind Sie verlässlich?
  7. Was war Ihr größter Erfolg?
  8. Was wollten Sie werden, als Sie 7 Jahre alt waren?
  9. Warum sind Sie dann ausgerechnet in die Politik gegangen?
  10. Eventuell haben Sie auf die letzte Frage geantwortet: „Weil ich was verändern will.“ Deshalb die Frage: Was haben Sie bisher verändert?
  11. Was tun Sie für die Wirtschaft?
  12. Was tun Sie für das Klima?
  13. Was tun Sie für das Gesundheitssystem?
  14. Was tun Sie gegen Faschismus?
  15. Wie wohnen Sie?
  16. Welches Sprichwort finden Sie richtig doof?
  17. Welches Kompliment würde Sie der Erde machen?
  18. Was überwältig Sie?
  19. Welches Buch haben Sie zuletzt angefangen, aber enttäuscht weggelegt?
  20. Was ist die letzte Sache, die Sie gelernt haben?
  21. Welchen Song haben Sie als letztes gehört?
  22. Stellen Sie das Radio leiser, wenn Sie rückwärts einparken?
  23. Was tun Sie gegen Rassismus, Antisemitismus, Misogynie, Homophobie Hatespeech und Terrorismus?
  24. Welche Fähigkeit hätten Sie gern?
  25. Essen Sie Fleisch? Wenn ja: wie oft pro Woche?
  26. Wieviel Steuern sollte amazon in Deutschland zahlen?
  27. Was ist Ihre normalste Eigenschaft?
  28. Wieviel Mindestlohn ist gerecht?
  29. Gehen Sie gern zum Zahnarzt?
  30. Wann ist der ideale Zeitpunkt für den Kohleausstieg?
  31. Fühlen Sie sich von den Medien gut repräsentiert?
  32. Kann es soziale Gerechtigkeit geben?
  33. Haben Sie ein Hobby?
  34. Mit wem würden Sie gern mal reden?
  35. Haben Sie das Gefühl, dass man Ihnen glaubt?
  36. Hatten Sie als Kind ein eigenes Kinderzimmer?
  37. Was würden Sie verbieten, wenn Sie könnten?
  38. Was wollten Sie Julian Reichelt schon immer mal sagen
  39. Welche verbotene Sache würden Sie erlauben?
  40. Sind Sie ein*e gut*e Beifahrer*in?
  41. Was ist das derzeit größte Problem, das es zu lösen gilt?
  42. Können Sie gut einschlafen?
  43. Was mögen Sie an sich?
  44. Angenommen, Sie dürften einen ganzen Abend nicht über Politik reden. Worüber würden Sie dann reden?
  45. Was bedeutet Ihnen Macht?
  46. Welches Geräusch / Tier können Sie besonders gut nachmachen?
  47. Wann haben Sie sich das letzte Mal für einen Fehler entschuldigt?
  48. Wer schreibt bei Ihnen zu Hause die Einkaufszettel?
  49. Auf welchen Gegenstand könnten Sie nicht verzichten?
  50. Haben Sie schon mal einen Zopf geflochten?
  51. Haben Sie schon mal ein Loch in eine Fliese gebohrt?
  52. Angenommen, ein sechsjähriges Kind steht weinend vor Ihnen, macht sich Sorgen um die Zukunft. Was sagen Sie dem Kind?
  53. Was meinen Sie, wenn Sie mit den Schulter zucken, die Augenbrauen heben und sagen: „Tja, das ist halt Politik.“
  54. Was war der tollste Ort, an dem Sie jemals gewesen sind?
  55. Was wollten Sie Donald Trump schon immer mal sagen?
  56. Was tun Sie, um Energie zu sparen?
  57. Wissen Sie noch, neben wem Sie in der ersten Klasse gesessen haben?
  58. Was haben Sie verpasst, hätten es aber lieber erlebt?
  59. Finden Sie sich wichtig?
  60. Was haben Sie erlebt, hätten es aber lieber verpasst?
  61. Angenommen, Sie gucken mit den Augen eines Ausländers / einer Ausländerin auf Deutschland. Was ist das Tollste an Deutschland?
  62. Und was finden Sie, ist das Tollste an Deutschland?
  63. Welches Rezept Ihrer Oma ist Ihr Lieblingsrezept?
  64. Ist Ihnen die Farbe Ihrer Socken egal?
  65. Was ist Ihr sympathischster Spleen?
  66. Können Sie sich vorstellen, in einer anderen Partei zu sein? Und wenn ja: In welcher? (Ok. Ehrlich jetzt.)
  67. Haben Sie sich schon mal geprügelt?
  68. Angenommen, eine Frau, die unter Altersarmut leidet, klagt Ihnen Ihr Leid. Was sagen Sie der Frau?
  69. Ist Ihnen wichtig, was man über Sie denkt?
  70. Angenommen, Sie sind mit einem Sportwagen unterwegs. Auf einem Autobahnabschnitt, wo man so schnell fahren darf, wie man will. Sie haben freie Fahrt. Wie schnell fahren Sie?
  71. Wovor haben Sie Angst?
  72. Besitzen Sie eine Multifunktionsjacke?
  73. Wen finden Sie toll?
  74. Was macht Sie wütend?
  75. Wofür lassen Sie alles stehen und liegen?
  76. Können Sie backen? Wenn ja: was ist Ihre Backspezialität?
  77. Warum stehen Sie da, wo Sie jetzt stehen?
  78. Was ist Ihre erste Erinnerung?
  79. Es ist Mittwoch, 23:00 Uhr, Sie sind hundemüde, haben Morgen einen wichtigen Termin und Ihre Nachbarn feiern eine Party. Laut. Was tun Sie?
  80. Wann und wofür haben Sie das letzte Mal etwas gespendet?
  81. Haben Sie schon mal ein Tier getötet?
  82. Verdienen Politiker*innen genug Geld?
  83. Verdienen Politiker*innen genug Respekt?
  84. Wann haben Sie das letzte Mal gelogen?
  85. Und wann haben Sie das letzte Mal die Wahrheit gesagt, obwohl eine Lüge erträglicher gewesen wäre?
  86. Woran glauben Sie?
  87. Wofür würden Sie sich selbst wählen?
  88. Was ist der größte Fehler in der deutschen Geschichte?
  89. Noch viel interessanter ist die natürlich Frage: Wofür würden Sie sich selbst nicht wählen?
  90. Mögen Sie Ihre Stimme?
  91. In welchen Momenten haben Sie Lampenfieber?
  92. Was möchten Sie später mal gemacht haben?
  93. Worauf sind Sie stolz?
  94. Haben Sie schon mal eine Waffe abgefeuert?
  95. Welche Frage fehlt?
  96. Warum sollte man ausgerechnet Sie wählen?

CHOOSE YOUR WEAPON.

Diese Aktienkurse sind Volltreffer.

Was denken Menschen, die in Aktien von Rüstungskonzernen und Waffenherstellern investieren?

„Tja. Ist ne sehr gute Altersvorsorge für mich – und für die anderen eben nicht.“
„Sind auf jeden Fall stabile Kurse, was will man machen?“
„Hass, Angst, Hetze – der Bedarf an Sturmgewehren, Kugeln, Panzern, Drohnen, Waffen wächst. Und mein Depot wächst mit.“
„Mein Ziel ist, in einen privatbewachten Sicherheitsvorort zu ziehen – und da brauche ich Gewinne, Gewinne, Gewinne.“


Dazu passt dieses (schon etwas ältere) Zitat:

| „Zahlt es sich aus, böse zu investieren?“, fragten die Ökonomen Elroy Dimson, Paul Marsh und Mike Staunton von der London Business School im Credit-Suisse-Aktienjahrbuch 2015.
Und lieferten als Antwort ein klares Ja. Die langfristigen Daten lassen demnach keinen Zweifel, dass die Aktien von „Laster-Branchen“ den breiten Markt klar schlagen. |

Tja.

Ich habe einen hervorragenden Vorschlag an alle, die Aktien von Rüstungskonzernen und Waffenlieferanten haben:
Hört auf, euch zu empören, wenn irgendwo, wie jetzt gerade in Nahost, die Lage komplett eskaliert und von tausende Raketen abgeschossen werden.
Seid nicht traurig, wenn bei einem Amoklauf mit einem Sturmgewehr an irgendeiner Schule 17 Kinder erschossen werden.
Seid nicht wütend, wenn ein Großwildjäger eine Giraffe erschossen hat und mit dem erlegten Tier in den Sozialen Medien posiert.

Seid überhaupt nicht wütend, empört oder traurig, wenn direkte oder indirekte Folgen der Rüstungs- und Waffenindustrie gezeigt werden.

Blutende Menschen, zerfetzte Leiber, Krater, zerstörte Städte, Schreie, ausgelöschte Leben, weinende Angehörige, wer will denn sowas sehen?!?!

Ehrlich? Ihr.

Wenn ihr schon an der Waffenindustrie mitverdient, seid wenigstens ehrlich und freut euch.

Vielleicht feiert ihr das mit einem sehr guten Rotwein.
Zum Beispiel mit einem 2010er Chateau Saint-Pierre für knapp 120,- €.
Das Geld habt ihr ja. Und die Farbe passt auch.

Und noch ein Tipp: Verkauft eure Waffen- und Rüstungsaktien. Und investiert lieber in menschenfreundliche Unternehmen und in welche, die die Welt retten wollen.
Dann schlaft ihr auch besser – und die Person, die euch im Spiegel anguckt, ist besser zu ertragen.

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https://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/ueberproportionaler-wertgewinn-sheriff-in-town-waffen-sind-das-neue-gold-aktien-von-herstellern-steigen-um-140-prozent_id_12386829.html

https://www.finanzen.net/branchen/ruestungsindustrie

https://www.produktion.de/wirtschaft/das-sind-die-10-groessten-deutschen-ruestungsunternehmen-236.html

https://www.welt.de/finanzen/article155626582/Der-unanstaendige-Erfolg-der-Suenden-Investments.html

https://www.capital.de/wirtschaft-politik/10-groessten-ruestungskonzerne

https://www.amazon.de/dp/B01FRC4DOE?tag=luxussachen-21&linkCode=ogi&th=1&psc=1

DIE KORREKTUREN.

Liebe Querdenker*innen,

es kann sein, dass es jetzt so wirkt, als würde ich diese Zeilen vollkommen aufgebracht und laut schnaubend in die Tastatur hacken. Ist nicht so – ich bin ganz ruhig und fröhlich, während ich das hier schreibe. Wirklich.

Die wütenden, laut schnaubenden seid ja ihr.

Und wie wütend ihr seid! Wütend auf „die da oben“, „die Systemlinge“, auf „die Mainstreammedien“. Ihr seid wütend auf die Maßnahmen, ihr seid wütend auf die, die tatsächlich so doof sind, ihre Maske zu tragen, Abstand zu halten und sich sogar impfen zu lassen. GENMANIPULATION!1!11 EXPERIMENT AN DER MENSCHHEIT!1!!11

Einige von euch sind wütend auf Bill Gates, auf Mobilfunkanbieter, auf die runde Form der Erde. Und bestimmt auch auf Quarkbrötchen und Fusselbürsten.

Ein paar von euch sind sogar so wütend, dass sie randalieren und nachts Parkbänke vollsprühen müssen. Wie so renitente Teenies, die nach drei Halben und einer Dose Sprühfarbe aus dem Baumarkt den Nervenkitzel suchen.

Parkbänke vollsprühen? Echt jetzt? Ihr wollte normaldenkenden Menschen die Möglichkeit nehmen, sich auf einem Spaziergang (den man noch machen darf) auszuruhen? So seid ihr drauf?

Wie armselig ist das? Was kommt als nächstes?

Nur so viel: ihr seid eine kleine, laute Minderheit, ein Staubkorn im System.
Ihr leistet in der Pandemie für die Gesellschaft: nichts. Ihr verwechselt (das vollkommen berechtigte) Kritisieren mit vielvielviel zu lauter Rumbrüllerei.

Ihr seid Gegenstromanlagen aus Fleisch. Ihr seid die, die man mit „ihr“ anranzen muss, weil ihr euch an den Rand der Gesellschaft stellt. Freiwillig und bei vollem Bewusstsein.

Ihr wollt unbedingt anders sein, ihr wollt im Grunde genommen nur dagegen sein. Ihr wollt auf jeden Fall recht haben und erfindet deshalb eigene infantile und faktenferne Wahrheiten, an die – und so doof muss man erstmal sein – ihr auch noch glaubt. Und an die, wenn es nach euch geht, alle Menschen glauben sollen.

Ihr lauft mit Radikalen, ihr radikalisiert euch, ihr lasst euch einnehmen und ihr lasst euch ausnehmen (zum Beispiel, weil ihr irgendwelchen Merchandising-Quasch von Querdenkern kauft oder an Querdenker-Organisationen spendet. Harte Euro, nicht irgendein ausgedachtes Querdenker-Muschelgeld.)

Und weil ihr so bescheuert seid, werdet immer korrigiert werden. Wirklich immer.

Wenn ihr Parkbänke mit faschistischer Querdenker-Drecksscheiße vollsprüht, wird das korrigiert.
Wenn ihr mit wirren Behauptungen Stimmung machen wollt, werdet ihr mit Fakten korrigiert.
Wenn ihr lügt, werdet ihr korrigiert. Von der Wahrheit.
Und wenn ihr euch zufälligerweise mal anstecken solltet, mit „der harmlosen Grippe“, weil ihr zum Beispiel auf einer Querdenker-Demo ohne Maske eine Polonaise getanzt habt, werdet ihr korrigiert. Dann wird eine Intensivpflegekraft eure Atmung regulieren, weil ihr das allein nicht mehr hinbekommt. Naja.

Ihr denkt, dass ihr das richtig große Rad dreht. Da muss ich euch kurz korrigieren: Ist nicht so.
Ihr dreht in Wahrheit das kleinste Rad. Ihr seid der Trottel in der Fußgängerzone, der laut von lebendigen Gummistiefeln und einem Schallplattengebüsch brüllt. Ihr werdet euch selbst peinlich sein.

Und das, was ihr als „Querdenken“ bezeichnet, ist nichts weiter als vor Wut dampfende Scheiße im Kopf. Das werdet ihr spätestens dann feststellen, wenn ihr euch in einem hellen Moment mal vor eine der mit „Heil Maske“ oder „Corona Faschos“ bespühten Bänke stellt und darüber nachdenkt, was genau das soll. Außer dummer, vollkommen unangemessener Provokation und Nazi-Relativierung.

Wenn ihr „die da oben“ vernünftig kritisieren wollt, wenn ihr „mit denen“ diskutieren wollt, wenn ihr etwas zur Verbesserung beitragen wollt, versucht es doch einfach mal mit geradeausdenken.

Zumindest so lange ihr noch könnt.

Viele Grüße,

euer SoBo


P.S.: Ich habe die Bänke nicht übersprüht. Aber wer auch immer das war: Danke fürs Korrigieren!

LANGZEITFOLGEN.

Mark Hauptmann (links), Hans-Georg Maaßen (ganz rechts)

Foto: wikipedia

Mark Hauptmann, Geschäftsmann (Aserbaidschan-Deals und Schutzmasken) und Politiker aus Weimar, saß von 2013 bis 2021 für die CDU im Bundestag.
1999 wurde er Mitglied der Jungen Union, 2003 ist er in die CDU eingetreten. Von da an ging es steil bergauf für den Mann.

2013 erhielt er in seinem Wahlkreis 42 % der Stimmen und zog als Direktkandidat in den Bundestag ein.
2017 erhielt er im umstrukturierten Wahlkreis 196 (Südthüringen) die meisten Erststimmen (33,6 % – vor AfD, Linke und SPD) und ist wieder in den Bundestag gekommen.

Er ist am 26. März 2021 aus der CDU ausgetreten.
Weil die Thüringer Generalstaatsanwaltschaft am 25. März 2021 mitgeteilt hat, dass sie gegen Hauptmann im Zusammenhang mit Maskengeschäften ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Bestechlichkeit von Mandatsträgern eingeleitet hat.

Es muss also eine einigermaßen unangenehme Nacht gewesen sein vom 25. Auf den 26. März.
Es war eine Nacht mit Folgen, nicht nur für Mark Hauptmann, sondern für ganz Deutschland.

Mark Hauptmann ist jetzt parteilos. Seine politische Karriere ist wohl erstmal durch.
Von dem Politiker aus Weimar, der die Interessen der Menschen aus der Region vertreten konnte, wird man wohl erstmal nicht viel hören.

Von seinem Nachfolger schon.

Der Wahlkreis 196 war nicht lange frei, denn ein Mann aus Mönchengladbach hat seine Chance, endlich die politische Bühne zu betreten, wahrgenommen. Natürlich.

Hans-Georg-Maaßen, ehemaliger Präsident des Verfassungsschutzes, Mitglied der Werteunion, unangenehmer Lautsprecher, der am äußersten rechten Rand der CDU steht, der den schwarz-braunen Bereich abdeckt, ist mit 86 % zum Direktkandidaten für den Wahlkreis 196 gekürt worden.

Ein Mann aus Mönchengladbach.
Für den Wahlkreis Bundestagswahlkreis Suhl-Schmalkalden-Meiningen-Hildburghausen-Sonneberg.

Von ihm wird man in den nächsten Monaten sehr viel rechtspopulistischen Schrott hören. Er wird versuchen, der CDU „mehr Profil“ zu geben.
Also: Gegen Migration (sein Lieblingsthema). Gegen Wissenschaft. Gegen Klimaschutz. Gegen Vernunft. Gegen „Durchmischung“. Gegen „Kulturverseuchung“. Gegen Europa. Gegen Offenheit. Gegen eine Zukunft. Gegen die Jugend. Gegen die Grünen. Gegen die Linke. Gegen die SPD.
Für eine „klare Kante“.

Diese „klare Kante“ wird es natürlich nicht „gegen rechts“ geben, weil seine Mission sein wird, von der AfD ein paar Stimmen zurückzuholen. Und das geht nur, wenn man für die AfD-Wähler*innen attraktiv ist. Und vielleicht ja sogar für die AfD. Wird man sehen.

Für den viel zu leisen, wachsweichen und komplett angewackelten Kanzlerkandidaten der CDU, Armin Laschet, wird er der geifernde Schrottplatzköter sein. Er wird die Schleuse nach Rechts.
Die Legitimation für Populismus, für Nationalstolz, für die deutsche Heckenschnittverordnung.
Er wird nicht „der Flüsterer von Rechts“, er wird „das Megaphon für die Rechten“ werden.
Der Hardliner.
Der Blick wird nach hinten in Richtung: „Früher war alles besser.“ gehen. Nicht in Richtung „Veränderung und Aufbruch.“

Spannend wird sein, wie die CDU damit umgehen wird.
Im Stimmungstief. Im Wahlkampfjahr, der sich auf die Personen Armin Laschet, Friedrich Merz und Hans-Georg Maaßen konzentrieren wird.

Wird die CDU noch mehr Stimmen verlieren? Oder wird die Partei durch das laute Verbreiten von kruden Thesen, von Verschwörungstheorien, von populistischem Schrott, von einem Wertebild, das eher die 50er Jahre repräsentiert, wieder Stimmen gewinnen?

Diese Personalie wird die CDU verändern.
Viellicht sogar das Land. Auf jeden Fall die politische Landschaft.

Möglich geworden ist das alles wegen der Geld- und Machtgier eines Jungpolitikers, der sich in einer Pandemie an Schutzmasken bereichern wollte.

Und das sind die etwas anderen Langzeitfolgen von Covid-19.

Und das sollte man bei dem ganzen Scheiß, der jetzt von Rechts auf uns zurollt, auch nicht vergessen.



https://de.wikipedia.org/wiki/Mark_Hauptmann#Politischer_Werdegang

https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Georg_Maa%C3%9Fen

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/hans-georg-maassen-cdu-bundestagskandidatur-sprengsatz-in-thueringen-a-8a4d4891-1a51-41f3-a867-695e8dd40612

https://www.volksverpetzer.de/social-media/maassen-rechtsradikale/

FAQ

In letzter Zeit sind immer mehr Fragen aufgeploppt. Und es ist jetzt einfach mal Zeit, die Fragen, die am häufigsten gestellt werden zu beantworten. Knallhart und gewohnt ehrlich.

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Wo wohnst du?
Im Internet.

Du bist doch auch so ein dreckiger Systemling! Wirst du vom Staat bezahlt?
Nein. Ich bekomme kein Geld, aber Frank-Walter Steinmeier kommt hin und wieder zu zum Staubsaugen vorbei.

Wer bist du in echt?
Ich verstehe die Frage nicht.

Hast du zu viel Zeit oder was?
Hahahaha. Hahahahahaha. Hahaha.

Was hast du gegen die AfD?
Sehr einfach zu beantworten: Die AfD ist ein widerlicher Verein voller faschistischer Vollidioten. Es ist eine Schande, dass diese Ansammlung von Rückwärtsdenkern tatsächlich eine Partei sein darf. Und dass es auch noch Menschen gibt, die die wählen.

Wozu braucht man FAQs?  
Das ist eine sehr gute Frage.

Wenn man lange arbeitet, so bis 4 oder 5 Uhr morgens, nimmt man dann Aronal oder Elmex?  
Ich nehm dann Elmonal.

Wie lange dauert das noch so?  
Bis es fast fertig ist. Und dann noch ein bisschen. 

Sind wir bald da?  
Weiß ich nicht. 

Was sind deine Top 5 der bekloppten Alltagsmacken?
1. Ich schmatze zwei Mal nach dem Gähnen.
2. Ich kann nicht bis 5 zählen.
4. Ich diskutiere mit Menschen auf FB über politische Ansichten.

Wie lange dauert das noch so?  
Hatten wir die Frage nicht schon?

Bist du Rechtshänder
Weiß ich nicht.

Wie gewinnt man ein Meet&Greet bei dir?
Wenn man im Lotto die Siebenkommafünf als dritte Zusatzzahl hat.

Machst du Dir Mo, Mi und Fr viele Sorgen und Di, Do und Sa wenig Sorgen und Sonntags ist Ruhetag?
Ich mache mir nie keine Sorgen.
Nur wenn ich mal eine richtig gute Sorge habe, mache ich mir für einen Moment keine. Das passiert aber eigentlich nie.

Kommt bei Kartoffelsalat zuerst „Essig und Öl“ und dann Brühe oder umgekehrt?
Bei Kartoffelsalat kommt immer erst die dicke Fliege, die sich mitten reinsetzt.

Wann hast du Geburtstag?
Hab ich vergessen.

Gibt es Bier und Scotch Empfehlungen in den FAQs?
Vinyl, MC, CD oder Streaming?
Bier und Scotch: Zählt auch Mon cherie?
Kein Vinyl – aber Linoleum (Küche)

Bist du besorgt über bestimmte Fragen?
Mehr über einige Antworten.

Single? Kontostand…..Frage für eine Freundin
Single: „Kiss“ von Prince ist super. Kontostand: Mein Konto steht nicht, das liegt völlig leergepumpt und erschöpft in der Ecke.

Ich bewundere es immer wieder, dass du so lange Beiträge schreiben kannst und auch wenn du ziemlich genervt scheinst, doch immer einigermaßen ruhig und höflich bleiben kannst. Wie geht das?
Mit einer Computertastatur geht das gut. Und ein bisschen Erziehung.

Honig oder Nutella?
Früher Nutella. Heute Honig.

Wie viel Zeit investierst du in SoBo und wie nimmt dein soziales Umfeld das wahr? Hat dich diese Arbeit verändert?
Lustig, dass SoBo als Arbeit wahrgenommen wird. Ist doch nur ein bisschen Quatsch, den ich nebenbei mache, wenn ich allein bin. Aber: was ist ein soziales Umfeld? 

Wie hältst du das alles aus? 
Die Frage ist: Wie haltet ihr mich aus?

Wie kommen die „Rasen betreten verboten“-Schilder in die Mitte vom Rasen?
Die stellen die Haustiere von Echsenmenschen da auf.

Wann gibt es endlich Kuchen vom Sorgenboy für alle?
Ofen ist vorgeheizt.

Konsole oder PC?
Badewanne und mit Blumen reden.

Gibt es ein Sorgengirl und wenn ja, kann ich sie daten?
Bestimmt. Ich weiß aber nicht, wo. Und ich weiß natürlich auch nicht, ob sie Zeit hat.

Trinkst du Alkohol? Wenn ja was?
Ich koche mir jeden Abend einen Tee aus alten Tennissocken auf. Das schmeckt gut und knallt sehr doll.

Willst du was über uns wissen?
Schlaft ihr auf dem Bauch oder auf der Seite?

Mal angenommen, die geheimnisvolle Kunstfigur Barbara. würde sich demnächst outen. Unter welchen Umständen würde Sobo nachziehen?
Wenn Barbara sich outen würde, könnte sie kurz SoBo sein und sich als SoBo gleich nochmal outen.

Magst du Brokkoli?
Brokkoli ist super.

Wie geht es Dir in dem ganzen Schlamassel? Wie verdaust Du die manchmal nicht sehr schönen Kommentare?
Gut, danke. Ich stehe allerdings auch gern im Regen. Bei Gegenwind und 1 Grad Celsius an einem rutschigen Abhang und werde von hinten angeschrien.

Hast du vor zu bleiben wie du bist?
Nein, ich habe vor, älter zu werden.

Wie geht es Dir?
Gut, danke.

Kaffee? Milch? Zucker?
Sehr viel Kaffee.

Kennst du die Imbissbuden am Lühe-Anleger?
Das Fischhus? Nein, kenne ich tatsächlich nicht.

Wird es Live Auftritte geben?
Wenn es nach Corona noch Clubs geben wird, vielleicht.

Wieso ist die Antwort auf alles 42?
Ich persönlich glaube, dass die Antwort auf alles eher 41+1 ist.

Geha oder Pelikan?
Lamy.

Ärzte oder Hosen?
Rock.

Was waren das denn für Fragen? Hast du die echt gestellt bekommen?
Das waren gute Fragen, die mir wirklich gestellt wurden.

Lebst du vegan?
Nein. Aber ich koche manchmal aus Versehen vegan – und es schmeckt sehr gut.

Bist Du der Sorgen zum Trotz ein zufriedener Mensch?
Wenn ich keine Sorgen habe, bin ich unzufrieden.

Welche Musik magst Du?
Am liebsten NDR info, finnischen Jazz, und leidenschaftlich falsch gespielte Proberaummusik von unbekannten Bands.

Trägst Du Maske und Cape? Wie sieht das Sobomobil aus?
Maske trage ich selbstverständlich. Das SoBo-Mobil ist ein Klapprad.

Einkaufen mit Liste oder ohne?
Immer mit Liste – die ich allerdings zu Hause liegen lasse. Jedes Mal.

Die AfD hat Angst vor einer Frau!

Nanu!

Eine reißerische Headline, die mir als sexistisch ausgelegt werden kann. „Die AfD hat Angst vor einer Frau.“

Wie es zu dieser Zeile kommt?
Sie ist wahr.
Ich habe das Statement vom Impf-Opi Gauland mal gelesen – und dafür einen Visit auf der Homepage der AfD hinterlassen.

Das Interview werde ich jetzt hier 1:1 wiedergeben und meine Anmerkungen drunterkritzeln.

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(Gauland)
„Wenn es nach den Grünen geht, soll nun also Annalena Baerbock die nächste Bundeskanzlerin werden. Die Frau, die meint, in Batterien wohne ein Kobold und Strom könne man ‚im Netz‘ speichern hat sich gegen Robert Habeck durchgesetzt, der weder weiß, welche Aufgaben die BaFin hat noch was eigentlich die Pendlerpauschale ist. In Sachen Kompetenz war das also ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen….“

-> Wer den Versprecher aus einem ZDF-Sommerinterview braucht, um jemanden zu diskreditieren, zeigt vor allen Dingen eines: Unsicherheit und Angst. Und er zeigt, dass hinter der Dackelkrawatte ein Patriarch (durch und durch) steckt, der diesen Versprecher dazu nutzen muss, um seine Machtphantasie zu demonstrieren.
Der Nazi-Opa Gauland verspricht sich natürlich nie. (Es sei denn, es geht um den „Vogelschiss der Geschichte“.)
Hier will der Ehrenvorsitzende der AfD demonstrieren, dass man Annalena Baerbock nie glauben sollte, weil sie doch nur ein dummes, dummes Ding ist, das hinter den Herd gehört. Unfähig, Politik zu betreiben. Eine, die sich verspricht, kann doch nicht Kanzlerkandidatin sein!

Dass der gute Mann in derselben Interviewreihe extrem abgekackt hat, hat er Dank seiner Verkalkung vergessen.
Hier, Opi. Lass dir das nochmal von deinem Zivi vorlesen:

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/alexander-gauland-im-zdf-sommerinterview-wie-sich-der-afd-chef-selbst-zerlegt-a-00000000-0003-0001-0000-000002735188


(Gauland weiter)
„Es ist im Ergebnis egal, wer für die Grünen antritt. Denn das Programm, dass diese Partei vorlegt, ist darauf ausgerichtet, Deutschland in allen Bereichen schwerste und irreparable Schäden zuzufügen. Für Deutschland wäre eine Bundesregierung unter Führung der Grünen eine Katastrophe und würde unserem Land noch mehr staatlichen Zwang und Unfreiheit bescheren und zu einer weiteren Zerstörung von Wohlstand, Innerer Sicherheit und gesellschaftlichem Zusammenhalt führen.

-> Man kann natürlich gut verstehen, dass die AfD das rot markierte „das“ reflexhaft mit „ss“ schreibt. Soll aber hier und jetzt nur eine Nebensache sein.
Dass das Programm der GRÜNEN darauf ausgerichtet sein soll, Deutschland irreparable Schäden zuzufügen, ist so nur aus der Position der AfD, einer bornierten Partei, die geistig irgendwo vor Stalingrad im Matsch feststeckt, zu bewerten.
Gauland faselt von „Unfreiheit“, von „staatlichem Zwang“ und von „Zerstörung von Wohlstand, Innerer Sicherheit und gesellschaftlichem Zusammenhalt.“ Diese Vokabeln sind schwere Geschütze, die nur deshalb aufgefahren werden, weil die Partei innerlich komplett zerrissen ist und deshalb schon jetzt mediale Großkaliber auffahren muss.

Wen hat die Partei einer Annalena Baerbock entgegenzustellen? Den lupenreinen Nazi Landolf Ladig? Den sturen Meuthen? Die zickige Alice Weidel? Die wutschnaubende Beatrix von Storch, die gern auf Frauen und Kinder schießen lassen würde? Der dauerkeifende Stephan Brandner, der sich wie der allerletzte 8,3 Promille-Stadtfest-Idiot aufführt, sobald er den Mund aufmacht?

Oder Alexander Gauland, der 80 Jahre alt ist?
Der Mann könnte (rein rechnerisch natürlich) der Opa von Annalena Baerbock sein. Also genau der Stinkstiefel, der auf dem Familienfest zu viel Cognac drin hat, der von der „guten alten Zeit faselt, in der noch vernünftige Autobahnen gebaut wurden, aber das darf man ja heute nicht mehr sagen!“ und dem man mit einem Taschentuch den Speichel aus dem Mundwinkel tupfen muss, während er langsam in den Sessel pullert.

(Gauland weiter)
„…leider ist ein Wahlerfolg der Grünen alles andere als unwahrscheinlich, denn Frau Baerbock kann unter anderem auf die Unterstützung und Hilfe der zahllosen Sympathisanten der Grünen in den Medien zählen….“


-> Hier wird die Opferrolle schon mal zurechtgemacht wie ein gemütliches Bett. Alexander Gauland gibt an dieser Stelle zu, wie viel Angst der Mann – und mit ihm die Partei – vor Annalena Baerbock hat.
Die Opferrolle wird einfach schon mal prophylaktisch eingenommen „denn Frau Baerbock kann unter anderem auf die Unterstützung und Hilfe der zahllosen Sympathisanten der Grünen in den Medien zählen.„.
Ja, klar. Die bösen, bösen linksgrünversifften Mainstream-Medien! Sind vollkommen undifferenziert, beklatschen die GRÜNEN und geben der AfD keine Sendezeit! GEZ abschaffen! Gehören deportiert!
Das werden die Argumente sein. Hier zeigt Alexander Gauland offen, wie wenig die AfD inhaltlich zu bieten hat.
Wenig?
Nix.
Und das haben mittlerweile auch die Wähler*innen gemerkt.

(Gauland weiter)
Es bleibt zu hoffen, dass die Bürger nicht auf die als freundlich präsentierte Fassade hereinfallen und das wahre Gesicht dieser Partei erkennen.“

-> Hahahahahahahaha! Da möchte man sich vor Freude und gleichzeitigem Fremdschämen direkt mal gepflegt einpieschern.
Alexander Gauland ist Vorsitzender einer demokratiefeindlichen Nazipartei, die sich in den Bundestag provoziert und gepöbelt hat, die ganz offen Rechtsextremisten in den eigenen Reihen hat, die Faschisten duldet, die mit Neonazis marschiert, die übelsten Geschichtsrevisionismus betreibt, die demnächst höchstoffiziell vom Verfassungsschutz beobachtet werden wird – und sich den Deutschen als „bürgerliche Partei“ verkauft.
Und Alexander Gauland spricht davon, dass „die GRÜNEN eine freundlich präsentierte Fassade haben, hinter der das wahre Gesicht lauert.“

Die AfD proklamiert „Mut zur Wahrheit“ für sich. Beziehungsweise: „Deutschland. Aber normal.“

Die Wahrheit ist: Die AfD kann nichts. Die Partei ist fertig. Und bald wird es wieder normal sein, dass keine Faschisten im Bundestag sitzen.

So sieht es aus.

Danke, Annalena Baerbock. Und danke, Robert Habeck.




AUF DEM SCHÜTZENFEST.

Es läuft: „An Tagen wie diesen“ von den Toten Hosen. Es ist gerammelt voll, alle haben sich ordentlich vollgetankt, die Luft besteht aus Schweiß, Nebelmaschinendampf und Rülps.
Außerdem geht eine ganz fiese Magen/Darm-Grippe rum, weiß auch jeder. Die Toiletten sind besetzt, draußen vor der Tür kotzen blasse Menschen ihren Mageninhalt in den Matsch. Trotzdem wird geknutscht.

Armin Laschet rumpelt durch die Menge, johlt und lacht es weg, wenn er jemandem aus Versehen auf den Fuß tritt, umschubst, das Bier aus der Hand schlägt, weil er einfach zu töffelig ist. Er hat das Bewegungstalent der „EVER GIVEN“, die sich im Suezkanal verkeilt hat.
Wenn er tanzt, ist er null im Takt, der DJ verdreht die Augen und ist kurz davor, eine Meditations-CD aufzulegen, damit der Mann ruhig ist.

Markus Söder kommt direkt aus dem Fitness-Studio auf das Fest, er trägt schwere Stiefel, hat literweise CK One aufgetragen und schiebt die Leute mit seinen angespannten, gut durchbluteten Muskeln weg. Da wo er herkommt, läuft es. (Er wohnt bei seinen Eltern unter dem Dach – und da ist die Welt noch in Ordnung.)
Er will jetzt auch tanzen, hat aber noch keine Ahnung, ob sein Bewegungsapparat das hinbekommt. Aber mit der Hilfe von Gott wird das schon.

Ein paar andere von aus UnionsClique haben Stress mit den Tresenkräften, weil sie mit Pfandbechern betrogen haben. Außerdem haben sie Senftuben geklaut und sind reingekommen, ohne Eintritt zu zahlen (€ 1,50,-).

Olaf Scholz von der SPD sagt jedem den er trifft, dass er der nächste Schützenkönig wird. Und dass das nächste Dorffest größer und schöner wird. „Jeder Schuss ein Treffer!“, prahlt er.
Er fuchtelt dabei mit einer hellblauen Erbenspistole rum und wird von allen Außenstehenden belächelt. Auch weil jeder hier weiß, dass er gehörig Stress mit seiner Bank hat.

Annalena Baerbock und Robert Habeck von den GRÜNEN stehen am Wurststand und sagen seit vier Stunden: „Wenn du mich vorlässt, lass ich dich wieder vor.“ Sie blockieren den Laden und fragen sich, wo der Senf ist. Die Leute sind genervt.

Christian Lindner steht beim DJ, sagt, wie man die Übergänge besser hinbekommen kann und wünscht sich Lieder, die niemand hören will.
Wolfgang Kubicki schnappt sich immer mal wieder das Mikro und brüllt besoffen Sachen wie „So, Ladies! Titten raus!“

Angela Merkel steht am Sicherungskasten und kann jederzeit den Strom abdrehen – dann ist das Ding hier eh gelaufen.

Und die gefährlichen Dorfschläger der AfD stehen am Rand und gucken sich den ganzen Quatsch an. Die Hände schön in den Taschen – sie haben gelernt, wann es besser ist, mal ruhig zu sein. Nämlich dann, wenn die anderen sich komplett zerlegen.

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In fünf Monaten sind Bundestagswahlen. Und es ist mir gerade ein bisschen zu ruhig um die AfD.

Die gesamte Politik ist momentan darauf ausgerichtet, mit Maskendeals, mit Wankelmut, mit falschen Entscheidungen en Masse möglichst viel Verdrossenheit zu produzieren – und eine Wahlbeteiligung von unter 60 % zu erreichen.

Da die AfD ihre Wählerinnen und Wähler auf jeden Fall wird mobilisieren können, ist die Gefahr, dass die AfD im Herbst die Gewinnerpartei sein wird, leider sehr realistisch.

Allein um das zu verhindern muss die Politik jetzt zusammenstehen, um die vermaledeite Pandemie jetzt endlich mal unter Kontrolle zu bekommen.
Ein Virus bleibt nicht an einer Landesgrenze stehen und denkt: „Och nee, hier ist Hessen, hier gelten ja andere Bedingungen als in Niedersachsen.“ Ein Virus schert sich nicht um Ländergrenzen.
Es braucht eine Gesamtstrategie. Ohne Ländergrenzen. Ohne Ego. Ohne Ellenbogen.

Ganz einfach eigentlich.

Und: Was ist eigentlich aus der Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz geworden?




DIE TÜR.

Querdenker: „DA IST KEINE TÜR! Die Baubehörde lügt! Wir versammeln uns vor genau dieser Maueröffnung. Und wir werden und nicht nur versammeln, wir werden hier ein Dorf errichten! Bastelt schon mal Schilder mit „Wir sind hier in Freiheit und nicht auf der Flucht!“ 
Wir sind gegen die Baubehörden-Diktatur! Die Baubehörde wird von „denen da oben“ geleitet! Und die wollen eine neue Weltordnung! So wie die Rothschildts. Alles eine Mischpoke! Die Baubehörde muss gesprengt werden!“

Schwurbler:innen: „Wer diese Tür anguckt, ist verloren! Der Disney-Konzern malt euer Gehirn mit Wachsmalkreide aus und übernimmt euer Denken, ich habe gerade mit Elvis gesprochen, der sagt das auch. Glaubt ihr nicht? IHR SCHLAFSCHAFE! Was meint ihr denn, wer hinter dieser Tür steht? Adolf Hitler natürlich, zusammen mit Calamity Jane und Knut dem Eisbären probt er hier. Die drei wollen als erste Lebewesen den Marathon unter zwei Stunden laufen. Die machen das mit Joghurtbechern statt mit Schuhen. Becher sind schneller als Schuhe! Das lief heute im Hirnfernsehen, das vom Mond ausgestrahlt wird, in dem Adelheid Streidel moderiert. Saxophone sind in Wahrheit Gänsemikrophone! Ihr Unwissenden!“

Querdenker mit Geschäftssinn: „Kauft jetzt die Kraft-Brosche für nur € 79,90 und die Fußmatte mit dem Spruch „TÜR AUF! für nur € 59,90. Bucht euch ein Reiseticket bei Eso-Tours zur nächsten Veranstaltung in Berlin für € 299,90!“

Xavior Naidoo: „Diiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiese Tür stand für Freiiiiiiiiiiiheiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiit, sie ist auuuuuuuuuuuuuuus Kinderblut geschmiiiiiiiiiiiiiiiiedeeeeeeeeeeee-heeeeeet.“

Trottel: „Ich bin ja kein Baubehördenhasser, aber dass ausgerechnet hier eine Tür stehen muss, ist echt heftig. Hätte es früher nicht gegeben.“ 

Unionspolitiker:innen: „Ich muss mal mit einem befreundeten Bauunternehmen aus Baku sprechen. Wir werden den Markt mit überteuerten Fluchttüren fluten. Hier ist noch der ein oder andere Euro zu machen.“

Nena: „Danke, Xavier. Hat jemand mein Mondwasser gesehen?“

AfD-Politiker:innen: „Es ist jawohl klar, wer hier nicht stehen darf! Irgendwelche „Zugezogenen“, die hier ihre Ziegen parken wollen! Aber stolze Deutsche dürfen hier selbstverständlich stehen. Nein. Sie müssen hier sogar stehen. Denn wir sind STOLZ AUF DIESE DEUTSCHE TÜR! Deutsche, wehrt euch gegen diese Baubehördendarsteller!“

BILD-Redakteure: „BAUBEHÖRDE HASST ALLE DEUTSCHEN!“, „HIER IST DER LEITER DER BAUBEHÖRDE NACKT ZU SEHEN!“, „BUMMELBEHÖRDE STELLT DEUTSCHLAND TÜREN IN DEN WEG!“

Vernünftige Menschen: „Ah. Die Tür freihalten. Ok. Ansage verstanden, ich stell mich dahinten hin.“

LIEBE SABINE, LIEBER TORSTEN,

liebe Querdenker:innen mit allen anderen Namen,

ihr macht euch Sorgen. Das ist verständlich.
Ihr spürt eine diffuse Angst, die euch 24 Stunden am Tag in den Nacken haucht und die einen manchmal etwas panisch und grimmig werden lässt. Das ist auch verständlich.
Diese Angst wandelt ihr irgendwo in eurem Inneren in eine sehr dämliche Wut um. Das ist insofern dämlich, weil ihr eure Wut rauslasst wie ein wildes Tier, das jahrelang in einen Käfig gesperrt war.

Diese Wut ist nicht mehr kontrollierbar.

Eure Wut macht Quatsch. Leider nicht den Quatsch, den man sich in ein paar Monaten oder Jahren anguckt und denkt: „Haha! Was war denn da los mit mir?“ Naja, egal. Das ist ja lange her….“.
Sowas wie dem Gastgeber einer Party ins Waschbecken kotzen oder sich in einer Hotellobby nackt ausziehen oder sich eine unmögliche Frisur zulegen. Was Harmloses.

Euer Wutquatsch ist nicht lustig, sondern gefährlich.

Ihr spielt nämlich leider mit dem Leben vieler und auch mit vielen Existenzen.
Das seht ihr natürlich genauso – doch euer Blickwinkel ist einfach nur das Gegenteil von den Fakten. Nicht wenige von euch denken, dass die Erde eine Scheibe ist. „Ja! Das stimmt! Das denken viele rund um die Welt!!!“.
Ihr geht auf Demonstrationen, um euch über die fehlende Meinungsfreiheit zu beschweren, sagt Quatsch wie: „Das ist hier in Deutschland schlimmer als in Nordkorea!“
Für so eine Aussage kommt man in Deutschland in einen Videoclip. In Nordkorea käme man für so eine Aussage für 20 Jahre in ein Arbeitslager. Das ist der Unterschied. Eure Wut macht euch blind.

Langsam aber sicher verwechselt ihr die Wahrheit, die auf Fakten beruht mit der Wahrheit, die z.B. ein Attila Hildmann, eine sehr gefährliche Eva Rosen oder ein Björn Banane durch Megaphone und Mikrophone in eure Denkwelt pusten.

Ihr randaliert mit Sprühdose. Das macht ihr wirklich: steht nachts auf, rennt durch die Stadt und sprüht Parolen in die Gegend. Anweisungen werden (aus euren Augen) verbessert. Aber in Wahrheit verschlimmert. Guckt euch mal an mit euren Schildern, angemaltem T-Shirts und holocaustrelativierenden Aufnähern.

Eine Frage, die ich euch stellen möchte – und die ihr euch vielleicht auch mal stellen solltet: Seid ihr vielleicht gar nicht wütend auf die Corona-Maßnahmen? Seid ihr vielleicht einfach wütend auf den Menschen, der euch letztens den Parkplatz weggenommen hat, auf euren Nachbarn, weil das Treppenhaus nicht ordentlich gewischt wurde? Auf den Elefanten im Zoo, weil der den Apfel, den ihr verfüttern wolltet, in den Matsch fallen ließ? Auf euer Kind, weil es gekleckert hat? Auf euren Hund, den Umzugsunternehmer, den Liter Milch?

Seid ihr vielleicht wütend auf euer Leben? Ist es das?

Was gerade passiert: Ihr entfernt euch aus der Gesellschaft, bleibt aber trotzdem die Nachbarin von X, der Arbeitkollege von Y, die Kindergärtnerin, der Lehrer, der Baggerfahrer, was auch immer.
Das zerreisst euch, ihr seid in einem System, in dem ihr euch eingesperrt fühlen werdet wie ein wildes Tier in einem Käfig. So werdet ihr zwangsläufig immer wütender. Auf alles. Auf jede und jeden. Die Spirale dreht sich nach unten.

Früher oder später wird man sich von euch abwenden.
Auch weil ihr zeigt, dass ihr leider nicht dazu geeignet seid, euch mit großen Themen zu beschäftigen. Wie soll man mit euch die Klimakatastrophe abwenden?

Die Pandemie wird im Herbst unter Kontrolle sein – ihr nicht. Vielleicht, weil ihr die Wut gut findet, weil ihr sie wollt, weil ihr sie braucht. So wie ein Junkie sein Crystal Meth.

Und das macht mir echt Sorgen.

Viele Grüße

SoBo