WARUM ES SICH NICHT LOHNT, LEUTEN WIE ULF POSCHARDT ZU FOLGEN.

Twitter nutze ich wegen der Nachrichten. Ernsthafte Diskussionen kann man hier vergessen, es geht wirklich nur darum, informiert zu sein.
Ab und zu mal ein paar Witze und Annehmlichkeiten sind natürlich auch gut – das sind allerdings nur Begleiterscheinungen.

Ich folge vielen Leuten, mit denen ich politisch nicht zwingend auf einer Wellenlänge funke. Das mache ich, weil ich denke, dass andere Sichtweisen als die eigene wichtig sind. Diskurs ist wichtig. Der eigene Tellerrand sollte nicht der Horizont sein, wie ich finde.
In der eigenen Filterblase ist es zwar gemütlich, aber mehr als sehr angenehme likes und lautes Nicken auf das eigene Echo darf man da eben auch nicht erwarten.

Natürlich bin ich auch auf Twitter, um zu gucken, was die Menschen, denen ich folge, so von sich geben, wie sie das Medium Twitter nutzen. Welche Nachricht wird gerade verbreitet? Wie wird sie verbreitet? Wird es krude? Tendenziös? Wird sie Teil der Empörungsökonomie? Wie schnell geht es? Wie wird mit Informationen umgegangen? Ich kann da ne Menge lernen.
Zum Beispiel darüber, wie ich es nicht machen möchte, wie ich nie sein will.

So folge ich Ulf Poschardt, Julian Reichelt, sogar Erika Steinbach. Ich gucke selbstverständlich, was Stephan Brandner so macht. Alice Weidel und Beatrix von Storch haben mich blockiert. Benedikt Brechtken auch. Jan Fleischhauer gucke ich mir an, wenn ich gucken möchte, wie ein Mann, der die Scheidung noch nicht verarbeitet hat, sich gehen sein biederes Reihenendhaus-Image wehren möchte.
Donald Trump bin ich gefolgt, als er noch ein Twitter-Konto hatte. Und bei Don Alphonso gucke ich immer mal wieder, wen er gerade durchs Netz hetzt.

Zurück zu Ulf Poschardt.

Der Mann ist ohne Zweifel sehr klug. Er kann mit Worten umgehen. Er hat eine starke Meinung, er ist Geschäftsführer der „Welt“, einem Springer-Medium. Und er weiß ganz genau, was er tut.
Nämlich Benzin in die Glut kippen.
Nachrichten anderer Medien aufnehmen, sie einmal durch die Populismusmühle quetschen und weiterverbreiten.
Und die Nachrichten verbreiten sich ganz einfach wie eine brennende Benzinspur.

Diese brennende Spur geht vom „freien Liberalismus“ (für den Poschardt steht) ganz schnell zu den Konservativen über, von da frisst sie sich an den rechten Rand, wo die Rechtsextremen schon warten. Von Poschardt zur AfD ist es nicht weit.
Gibt es ein Distanzieren zu Leuten der AfD? Nein. Wird irgendwas dafür getan, das Feuer einzudämmen? Natürlich nicht. Warum denn auch? Brennt doch so schön.
Ulf Poschardt baut Mauern und fackelt Brücken ab. Die eigene Meinung, die eigene Blase wird eingemauert. Die Brücken, die Diskurs heißen, werden abgefackelt und eingerissen. Mit jedem einzelnen Tweet. Ich will gar nicht mutmaßen, wieso man so wird und ob der Name „Ulf“ in seiner Kindheit vielleicht eine entscheidende Rolle gespielt hat.

Am relativ aktuellen Beispiel Jella Haase kann man diese Brandspur ganz gut nachverfolgen. Die taz hat das mal kurz aufgearbeitet.

https://taz.de/Jella-Haase-und-die-RAF/!5750429&s=haase/

Alles, was Ulf Poschardt von sich gibt, ist erwartbar. Repetetiv. Immer und immer wieder. Repetetiv. Immer und immer wieder. Repetetiv. Immer und immer wieder.
Information aufnehmen, Benzinkanister aufdrehen, in die Glut kippen, zurücklehnen, gucken, was passiert. Das ist „stille Post“ mit Dynamit. Repetetiv. Immer und immer wieder.

Man kann sich nicht vorstellen, dass jemand wie Ulf Poschardt ernsthaft etwas dagegen hat, dass die Menschheit die Klimakatastrophe abwendet. Man kann sich auch nicht vorstellen dass er Armut ernsthaft gut oder dass er es geil findet, wenn amazon kaum Steuern zahlt.
Trotzdem trötet er verhasste Zeilen gegen Klimaaktivismus raus. Und gegen vermeintlich „Linke“ Ideen. Alles immer schön laut und durchdringend.

Warum er das macht?

Zwei Gründe.

1. Ego. Klicks, Likes, Retweets. Eitelkeit.
1. Welt Plus-Abos verkaufen.

Ulf Poschardt („ulf posh„) ist ein langweiliger und wahnsinnig eitler Zahlenmensch ohne neue Ideen.
Er ist der Kapitän einer Butterfahrt, auf der er verkrusteten Verhaltensrentnern Welt Plus-Abos verkauft.
Abos, die wie vollkommen überteuerte Heizdecken die eigene Sturheit und Borniertheit warmhalten.

Die Welt braucht aber keine Heizdecken. Sondern Respekt und Toleranz. Ohne diese beiden Dinge kann es keinen Diskurs geben.

Tschüss, Ulf.

2 Gedanken zu “WARUM ES SICH NICHT LOHNT, LEUTEN WIE ULF POSCHARDT ZU FOLGEN.

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