QUAK. QUAK. QUAK.

Enten sind phantastisch.
Sie sind die unsportlichsten Triathleten der Tierwelt. Sie können laufen, schwimmen, fliegen. Also irgendwie.

Sie sind dabei keine durchtrainierten Askese-Athleten mit Carbonbike, Pulsuhr und minutiös geplantem Sportlerleben, wie Seemöwen oder Weißkopfseeadler, sondern eher so Hobby-Triathleten mit Neigung zur Bauchbildung. Wochenendsportler, die auch gern mal ein Bier trinken. Oder zwei.

Erpel wirken wie sympathische Stadtfesttrottel, die mit ihrer speckigen, bunten Lederjacke und Bratwurst am Bierstand rumlungern und sich immer genau nicht im Beat bewegen. Die Weibchen sind eher im Hintergrund, tun so als seien sie teilnahmslos und nicken wissend.

Die Bewegungen der Enten sind im Vergleich zu Adlern, Geparden oder Robben natürlich alles andere als perfekt. Man könnte Enten pausenlos auslachen.
Das Laufen ist ein Watscheln, ein unbeholfenes Patschen mit Füßen, die größer sind als ein Tapeziertisch. Der große Onkel zeigt nach innen, sie sind langsam und sehen immer ein bisschen doof aus.

Das Schwimmen eher ein gelangweiltes sich-treiben-lassen. Am besten Richtung Nahrung.

Und das Fliegen ist eher so: „WAAAAAAAHHHHH! Platz da!!!!
Ich kann nicht L-E-N-K-E-N!!!! Wie geht das hier nochmal? ALTER! Ich fliege ja TATSÄCHLICH! AAAABBBGEEEFAAAHHRREEENNN!!!!! Vorsicht!!! DAS WAR RICHTIG KNAPP!!!! Ok, ich lande jetzt auf dem Wasser!“

Beim Landen zeigen Enten kurz, was sie wirklich draufhaben. Sie können nämlich sogar Wasserski fahren und ein paar Meter über den See gleiten. James Bond-artig.
Danach ein kurzes Kopfschütteln („Was war das denn jetzt bitteschön?“) und dann lassen sie sich wieder treiben.
Wenn Enten könnten, würden sie Martini bestellen.

Enten wirken immer so als hätten sie Flugangst, können sich aber überwinden und den Schalter von „Angst“ auf „ok, das war jetzt cool“ umlegen. In wenigen Sekunden.

Enten sind offen und sehr anpassungsfähig, sie lassen sich gern von Rentnern und von Kindern füttern.

Und wenn Enten sich voll in eine Sache stürzen gehen sie Dingen automatisch auf den Grund. Das nennt sich „gründeln“. Und ist dabei auch noch ein schwaches Verb. (Aber eigentlich ganz schön stark!)
Der niedliche Entenarsch zeigt dabei hoch, mit dem Schnabel suchen sie nach Naschkram unter Wasser. Und finden immer was.

Enten sind Luftkissenboote: Auf dem Wasser wird die Ente von einem Luftpolster getragen. Die Luft hält sich zwischen dem Daunengefieder, und die Deckfedern schließen die Daunen ab. Das ist vollkommen irre. Und wieder so ein James Bond-Ding.

Enten sind Comichelden, denen niemals etwas so richtig gelingt.
Enten werden in Kinderliedern besungen.
Fahrzeuge, die gern Autos wären, werden nach ihnen benannt.
Wenn Menschen, egal, wie kaltherzig sie auch sein mögen, Entenküken sehen, kommt automatisch ein „…orrrrrr, süß, guck mal…“

Enten sind Vorbilder, von ihnen können wir noch eine Menge lernen.

Zum Beispiel dass es egal ist, wie man bei einer Sache aussieht, dass man nicht alles perfekt können muss.
Dass man, wenn man einer Sache auf den Grund geht, immer etwas findet.
Dass man sich ab und zu überwinden muss.

Und dass olle bunte Lederjacken eigentlich ganz geil sind.

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