LIEBE SABINE, LIEBER TORSTEN,

liebe Querdenker:innen mit allen anderen Namen,

ihr macht euch Sorgen. Das ist verständlich.
Ihr spürt eine diffuse Angst, die euch 24 Stunden am Tag in den Nacken haucht und die einen manchmal etwas panisch und grimmig werden lässt. Das ist auch verständlich.
Diese Angst wandelt ihr irgendwo in eurem Inneren in eine sehr dämliche Wut um. Das ist insofern dämlich, weil ihr eure Wut rauslasst wie ein wildes Tier, das jahrelang in einen Käfig gesperrt war.

Diese Wut ist nicht mehr kontrollierbar.

Eure Wut macht Quatsch. Leider nicht den Quatsch, den man sich in ein paar Monaten oder Jahren anguckt und denkt: „Haha! Was war denn da los mit mir?“ Naja, egal. Das ist ja lange her….“.
Sowas wie dem Gastgeber einer Party ins Waschbecken kotzen oder sich in einer Hotellobby nackt ausziehen oder sich eine unmögliche Frisur zulegen. Was Harmloses.

Euer Wutquatsch ist nicht lustig, sondern gefährlich.

Ihr spielt nämlich leider mit dem Leben vieler und auch mit vielen Existenzen.
Das seht ihr natürlich genauso – doch euer Blickwinkel ist einfach nur das Gegenteil von den Fakten. Nicht wenige von euch denken, dass die Erde eine Scheibe ist. „Ja! Das stimmt! Das denken viele rund um die Welt!!!“.
Ihr geht auf Demonstrationen, um euch über die fehlende Meinungsfreiheit zu beschweren, sagt Quatsch wie: „Das ist hier in Deutschland schlimmer als in Nordkorea!“
Für so eine Aussage kommt man in Deutschland in einen Videoclip. In Nordkorea käme man für so eine Aussage für 20 Jahre in ein Arbeitslager. Das ist der Unterschied. Eure Wut macht euch blind.

Langsam aber sicher verwechselt ihr die Wahrheit, die auf Fakten beruht mit der Wahrheit, die z.B. ein Attila Hildmann, eine sehr gefährliche Eva Rosen oder ein Björn Banane durch Megaphone und Mikrophone in eure Denkwelt pusten.

Ihr randaliert mit Sprühdose. Das macht ihr wirklich: steht nachts auf, rennt durch die Stadt und sprüht Parolen in die Gegend. Anweisungen werden (aus euren Augen) verbessert. Aber in Wahrheit verschlimmert. Guckt euch mal an mit euren Schildern, angemaltem T-Shirts und holocaustrelativierenden Aufnähern.

Eine Frage, die ich euch stellen möchte – und die ihr euch vielleicht auch mal stellen solltet: Seid ihr vielleicht gar nicht wütend auf die Corona-Maßnahmen? Seid ihr vielleicht einfach wütend auf den Menschen, der euch letztens den Parkplatz weggenommen hat, auf euren Nachbarn, weil das Treppenhaus nicht ordentlich gewischt wurde? Auf den Elefanten im Zoo, weil der den Apfel, den ihr verfüttern wolltet, in den Matsch fallen ließ? Auf euer Kind, weil es gekleckert hat? Auf euren Hund, den Umzugsunternehmer, den Liter Milch?

Seid ihr vielleicht wütend auf euer Leben? Ist es das?

Was gerade passiert: Ihr entfernt euch aus der Gesellschaft, bleibt aber trotzdem die Nachbarin von X, der Arbeitkollege von Y, die Kindergärtnerin, der Lehrer, der Baggerfahrer, was auch immer.
Das zerreisst euch, ihr seid in einem System, in dem ihr euch eingesperrt fühlen werdet wie ein wildes Tier in einem Käfig. So werdet ihr zwangsläufig immer wütender. Auf alles. Auf jede und jeden. Die Spirale dreht sich nach unten.

Früher oder später wird man sich von euch abwenden.
Auch weil ihr zeigt, dass ihr leider nicht dazu geeignet seid, euch mit großen Themen zu beschäftigen. Wie soll man mit euch die Klimakatastrophe abwenden?

Die Pandemie wird im Herbst unter Kontrolle sein – ihr nicht. Vielleicht, weil ihr die Wut gut findet, weil ihr sie wollt, weil ihr sie braucht. So wie ein Junkie sein Crystal Meth.

Und das macht mir echt Sorgen.

Viele Grüße

SoBo

3 Gedanken zu “LIEBE SABINE, LIEBER TORSTEN,

  1. Da müsste ergänzt werden, die Leute sind im Ursprung nicht wütend, weil ihnen der Parkplatz weggenommen wurde, sie sind oftmals wütend über ihr eigenes Versagen und ihre Unfähigkeit Probleme zu bewältigen.

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  2. Ich weiß, worauf die wütend sind: auf alles, was links und grün ist. Ein Leserbrief, den ich kurz nach der Wahl von Trump im FOCUS fand, hat mir die Augen geöffnet: darin stand, er würde sogar Dieter Bohlen wählen, wenn die Linken und Grünen sich nur richtig schön darüber ärgern.
    Seit Jahrzehnten sind es die Linken, die den Protest und den Widerstand in Deutschland in ihren Händen haben: von Gorleben und Wackersdorf bis hin zu Stuttgart21 und dem Hambacher Forst. Immer diese verhassten Linken!
    Jetzt haben sie endlich die Möglichkeit, den Linken ihre angestammte Rolle wegzunehmen. Das ist ihre Hauptmotivation, auf die Straße zu gehen. Sie stufen unsere Regierung (und unsere Presse sowieso, selbst den rechten FOCUS) als linksgrünversifft ein und wollen einen Rechtsruck. Corona ist ihnen völlig egal, jedes andere Thema wäre ihnen genau so recht.
    DESWEGEN gehe ich auf jede Gegendemo, wo immer sich diese Möchtegernrevoluzzer sehen lassen!

    Gefällt 1 Person

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